Reportage: Alba Berlin gegen Galatasaray Istanbul
Wenn die Alba spielt, dann bebt die Arena
Von Thomas Schlichte
Berlin, Ostbahnhof, ein kalter, nebliger und verregneter Abend im Dezember. Plötzlich ein Silberstreif am Horizont. Wobei, nicht silbern, sondern eher blau – die 02-Arena. In knapp einer Stunde messen sich hier die Basketballer von Alba Berlin und Galatasaray Istanbul im Eurocup miteinander. Erster gegen Zweiter der Gruppe A, ein echtes Spitzenspiel also. Knappe 60 Minuten später steht fest, es ist ein echtes Topspiel gewesen. 10.340 Zuschauer sind in der Arena live mit dabei, die Musik und die Jingles zu den einzelnen Szenen wie Punkten, Fouls und Auszeiten passen. Die Riesen in gelb und dunklem Rot kämpfen um jeden Ball, das Maskottchen und das Tanzteam der Albatrosse heizen die Stimmung in der Arena kräftig an. Klatschen, Raunen, Buhrufe, Jubelschreibe – die Arena bebt in jeder Szene. An der Seite tippen die Journalisten hektisch in ihre Notebooks, zwischendurch flackern Blitze zahlreicher Kameras auf. Auf der Gegenseite wandern nervöse Trainer auf und ab, kritzeln auf ihren Taktiktafeln herum. Alba hat das Spiel im Griff, die Gäste aus Istanbul haben ein paar Probleme. Sie sind noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte, bekommen die Passwege nicht zugestellt, decken den freigespielten Schützen nicht gut genug. Auch der Trainer an der Linie ist neu, es gab wohl einige Probleme im Management des türkischen Traditionsvereins. „Kling“ und der Ball fällt wieder einmal vom Korbring zurück ins Feld, der Gegenzug läuft. Die Angreifer kreuzen in der Zone, die Verteidiger wollen irgendwie zwischen Ball und Gegner kommen. Jeder Punkt wird frenetisch – entweder links oder rechts der Platte – gefeiert, die Fanlager sind klar verteilt. Am Ende haben die Berliner mehr Grund zu jubeln, die Türken sind etwas geknickt. Ihre Hoffnung liegt auf dem Rückspiel, das eine Woche später in Istanbul steigt. Die Albatrosse heben nicht ab, werden von den mahnenden Worten ihres Trainers Luka Pavicevic ausgebremst. Zeit zum feiern haben die Hausherren nämlich nicht, am Wochenende geht es in der Bundesliga weiter, zwei Tage später geht’s an den Bosporus. Sieg Nummer neun in Folge ist schön und gut, aber noch ist nichts erreicht. Drei Stunden später gehen die blauen Lichter der Arena aus, ein herrlicher Abend geht zu Ende. Der Blick ist, nein muss nach vorne gerichtet sein – irgendwo im kalten und nebligen Berlin.
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Alba Berlin lässt Galatasaray Istanbul im Europcup keine Chance
BERLIN - Mit dem neunten wettbewerbsübergreifenden Sieg in Folge haben die Basketballer der Alba aus Berlin ihre derzeitige Spielstärke untermauert. Beim 87:77-Heimieg vor 10 340 Zuschauern im Eurocup ließen die Albatrosse Galatasaray Istanbul in der O2-Arena keine Chance und bleiben Gruppenerster. Die Allmannsweiler Zeitung war live vor Ort mit dabei.
Von Thomas Schlichte
Das, was Alba Berlin im Eurocup im dritten Spiel der Gruppe A gegen Verfolger Galatasaray Istanbul aus Parkett zauberte, konnte sich wirklich sehen lassen. Immanuel McElroy sollte am Ende mit 18 Punkten zum Matchwinner avancieren. Die Mannschaft von Coach Luka Pavicevic musste allerdings im 1. Viertel zunächst einen Rückstand verkraften, als „Gala“ mit einem Dreier auf 9:5 davonzog. Mitte der Spielzeit hatten die Albatrosse allerdings zum 9:9 ausgeglichen, sehr zur Freude der 10.340 begeisterten Zuschauer in der O2-Arena. Zwei Minuten vor der Schlusssirene zum ersten Pausentee hatte sich Alba abgesetzt, zeigte sich treffsicherer als die Gäste aus der Türkei. Beim 23:17 wurden die Seiten gewechselt.
Im zweiten Abschnitt verteidigten Spielmacher Julius Jenkins ihren Vorsprung souverän, beide Teams leisteten sich keine Fehlwürfe. In der 17. Minute sah sich Gala-Trainer Cem Akdag zu einer Auszeit gezwungen – 26:35 lagen die Türken, die lautstark von zahlreich anwesenden Fans in „Rot-Gelb“ unterstützt wurden, zu diesem Zeitpunkt zurück. Zwei Minuten vor der Halbzeitpause hatte sich Istanbul beim 33:37 in Schlagdistanz gebracht, der Faden bei den Hausherren schien mit der zunehmenden Fehlwurfquote gerissen. Auch der letzte Wurf mit dem Pausensignal von Rashad Wright verfehlte sein Ziel – 37:37 zur Pause.
Das 3. Viertel begann besser für die Gäste, sie hatten durch ihre Aufholjagd Lunte gerochen. Bis zur 26. Minute blieb die Partie ausgeglichen, bis Dragan Dojcin mit einem Drei-Punkte-Wurf die Hausherren knapp mit 52:51 in Führung brachte. Eine gute Minute vor Spielende in Durchgang drei legte Alba wieder eine Schippe drauf, Derrick Byars zog das Foul, bekam die Punkte und verwandelte den Bonusfreiwurf sicher – 58:57. Byars war es gute 30 Sekunden vor dem Abpfiff auch vorbehalten, im Nachsetzen den 62:57-Zwischenstand zu besorgen.
Im Schlussviertel kamen beide Mannschaften noch einmal mit Schwung von der Seitenlinie. Das Tempo hoch, die Pass- und Laufarbeit in den Zonen intensiv. Alba Berlin verteidigte mit treffsicherem Spiel seinen Vorsprung, der frisch gebackene türkische Trainer, Cem Akdag, versuchte es mit einigen Wechseln. „Ich bin erst wenige Tage im Amt, musste mich erst reinfinden“, sagte Cem Akdag. „Für das Rückspiel haben wir noch einiges zu verbessern.“ Beide Teams leisteten sich mehr Fouls, „Gala“ ließ einige Freiwürfe ungenutzt verstreichen. In der Schlussminute machte Jenkins mit einem Dreier den Sack zum verdienten 87:77-Endstand zu. „Ich möchte meinen Spielern gratulieren, dass sie dieses wichtige Spiel gewonnen haben“, bilanzierte Luka Pavicevic. „Gegen Mannschaften wie Istanbul ist es immer schwer, zu gewinnen. Aber wir haben auch dank aller Fans ein gutes Spiel gesehen.“
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