Landtagswahlen 11 - BW

Bundesgesundheitsminister Rösler: “Das ist ein enttäuschender Abend”

Von Thomas Schlichte

Während die “Grünen” die Sensation der baden-württembergischen Geschichte feierten und mit Winfried Kretschmann aller Voraussicht nach den nächsten Ministerpräsidenten stellen, herrschte im Lager der CDU sowie in der Parteizentrale der FDP in der Berliner Reinhardtstraße Katerstimmung. Als die geschichtsträchtigen Zahlen über die Monitore flimmern, betritt Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler mit hängendem Kopf das Foyer der Geschäftsräume. Nur Minuten später sollte Rösler den anwesenden Journalisten “Das ist ein enttäuschender Abend” in die Notizblöcke diktieren, nur ein paar Meter weiter stößt FDP-Generalsekretär Matthias Lindner ins gleiche Horn. Betretene Mienen und angeregte Diskussionen sind zu sehen, der eine oder andere tiefe Seufzer ist hörbar. Das Kopfschütteln nimmt kein Ende. Dass die “Linken” mit 2,9 Prozent den Einzug in die Landtag verpassen, ist für diese Wahlniederlage - die in Rheinland-Pfalz mit dem Abzug aus dem Landtag noch deutlicher (4,0) ausfällt - nur ein ganz schwacher Trost für die “Liberalen”, aber auch für die große Schwester CDU, die mit 38,6 Prozent immerhin stärkste Partie in Stuttgart bleibt. Doch auch sie muss deutliche Abstriche machen, muss ihren Ministerpräsidenten Stefan Mappus in den vorübergehenden Ruhestand entlassen. Die Sozialdemokraten landen mit 23,6 Prozent auf Rang drei, müssen die “Grünen” (24,3) vorbeiziehen lassen. Zur Stunde kämpfen FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger und ihre Mitstreiter (5,0) um den Verbleib im Landtag, immerhin lagen sie bei den letzten Wahlen noch bei 10,7 Prozent. Dass die Wahlbeteiligung an diesem Abend gegen 18.45 Uhr bei unglaublichen 66 Prozent auf Rekordniveau liegt, gerät zur völligen Nebensache. Und das nicht nur wegen dem Triumph des grünen Bündnisses, sondern wegen drohender Personalwechsel. Ob das geholfen hätte?

Die Ergebnisse (Stand: 27. März, 22.45 Uhr):

CDU 39 %
GRÜNE 24,2 %
SPD 23,1 %
FDP 5,3 %
LINKE 2,8 %



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