Jungunternehmer mischen den Fernbus-Markt auf
Eine zündende Idee haben Christian Janisch, Alexander Kuhr und Ingo Mayr-Koch gehabt. Die drei Studenten der Zeppelin Universität gründeten eine Internet-Plattform mit dem Namen „www.DeinBus.de“, die sich für den regelmäßigen Einsatz für Fernbusse in Deutschland stark macht. Die „Mittzwanziger“ hatten bei ihren Auslands-Aufenthalten das Reisen im Bus neu für sich entdeckt.
Von Thomas Schlichte
Für Reisen in die Ferne benutzt der Mensch überwiegend drei Verkehrsmittel: Auto, Zug und Flugzeug. Dass es auch anders gehen könnte – oder besser gesagt kann – das wollen Christian Janisch, Alexander Kuhr und Ingo Mayr-Koch beweisen. Die drei Studenten der Zeppelin Universität im Alter von 25 bis 28 Jahren haben sich etwas ausgedacht, um die „Faszination Busfahren“ neu zu entdecken. Sie gründeten in Friedrichshafen die Internet-Plattform „www.DeinBus.de“, auf der sie sich für den regelmäßigen Einsatz der großen Reisegefährte auch in Deutschland stark machen. Denn auf ihren studienbedingten Auslandsaufenthalten lernten Janisch, Kuhr und Mayr-Koch, die derzeit in München tätig sind, das Angebot von Fernbussen schätzen, als es darum ging, kostengünstiger von A nach B zu kommen. Um ihr Ziel auch in ihrem Heimatland durchzusetzen, schreckten die drei Jungunternehmer auch nicht davor zurück, eine Gesetzeslücke zu umgehen. Seit 1934 verhindert das Personenbeförderungsgesetz, dass das Angebot von Fernbussen in der Bundesrepublik legalisiert werden kann. „Der Gesetzgeber lässt seit Jahren eine flächendeckend verfügbare günstige Beförderung mit dem Fernbus nicht zu“, erklärt Alexander Kuhr. „Doch statt für Wettbewerb und Deregulierung und damit für günstigere Preise im Fernverkehr zu sorgen, schiebt die Politik die Liberalisierung des letzten stattlichen Monopols seit Jahren vor sich her.“ Ein Umstand, der die drei reiselustigen und technisch versierten jungen Männer verärgert hat und sie dazu bewog, mit ihrer gegründeten Internet-Plattform eine Alternative anzubieten. Und einen ersten Lichtblick gibt es bereits. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig will heute über die Genehmigung für die Strecke von Frankfurt/Main bis nach Köln entscheiden. „Wir fahren schon längst auf genau jenen Strecken, über die sich andere seit Jahren streiten“, sagen die drei Jungunternehmer unisono mit der Hoffnung, dass es bald noch mehr Fernbusse vom Bodensee nach ganz Europa hinaus gibt. Erst dann hätten sich auch die mehr als eineinhalb Jahre Arbeit wirklich gelohnt, die Christian Janisch, Alexander Kuhr und Ingo Mayr-Koch in ihr Projekt gesteckt haben. In naher Zukunft wollen die drei Jungunternehmer zudem ihren Firmensitz in die Bankenmetropole am Main verlegen.
Info: Busfahren als günstige Alternative – mehr gibt’s unter www.DeinBus.de.
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