Sido - Sänger

Rapper Sido im Interview

Sido sagt immer direkt was er denkt, nimmt in seinen Liedern kein Blatt für den Mund. Der 29-Jährige musste in seinem Leben einige Tiefschläge wegstecken. Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen im Märkischen Viertel in Berlin auf, hat sich aber zu einem der erfolgreichsten Musiker Deutschlands gemausert und zeigt inzwischen mehrere Facetten – ganz ohne Maske.

Du hast es nach langer Anreise doch noch an den Bodensee geschafft. War es so anstrengend?
Sido: Ich bin insgesamt zehn Stunden im Auto gesessen. Da hast du immer ein Auto vor dir, rechts und links gibt es nur Weiden. Da kannst du nicht einfach mal so vorbeifahren.
Aber macht nichts. Du hast es ja jetzt nach Friedrichshafen geschafft. Wie stolz bist Du, der erste Solo-Rapper Deutschlands zu sein, der ein „MTV-Unplugged“ aufnehmen durfte?

Sido: Ich bin so fair und gebe zu, dass ich nicht der erste war. Schließlich zähle ich die Fantastischen Vier (hatten bereits ein „MTV-Unplugged“ gegeben) auch zu den Rappern. Ich bin der erste Solo-Rapper und das macht mich stolz.

Der logistische und personelle Aufwand für Dein „MTV-Unplugged“ ist ernorm gewesen. Es sollen zudem – so hört man – über 1500 Dosen Red Bull getrunken worden sein. Stimmt’s?
Sido: Ich muss dazu sagen, dass ich dieses Zeug gar nicht erst anfasse. Wenn ich das trinke und dann im Bett liege, dann zittern meine Augen immer so. Koks ist besser (lacht).

Mit Adel Tawil, Stefan Remmler und Kurt Krömer hast Du interessante Gäste für das Konzert mit ins Boot genommen. Wie kamen diese Kontakte zustande?
Sido: Das waren nur Leute, auf die ich mich gefreut hatte. Ich habe – als ich noch nicht daran geglaubt habe, dass das „Unplugged“ zustande kommt, eine ganz utopische Liste mit Künstlern abgegeben. Jeder Gast, den ich da drauf hatte, war dann auch anwesend.

Am 21. Mai wird das „MTV-Unplugged“ aus dem MV in Berlin-Reinickendorf als Album veröffentlicht. Was erhoffst Du Dir davon?
Sido: Ich erhoffe mir, dass mich die Leute dann mehr als Musiker wahrnehmen und nicht mehr nur als Quoten-Rüpel, der gerne ficken sagt. Ich sage gerne ficken, aber trotzdem mache ich auch gute Musik. Und ich hoffe, dass das die Leute nach dem Unplugged wahrnehmen.

Du bist mit „Der Himmel kann warten“ im Duett mit Adel Tawil (Ich + Ich) derzeit auf Platz eins der „iTunes-Charts“...
Sido: Stimmt, das bin ich oder war ich zumindest. Denn ich konnte die Charts auf der Autofahrt nicht verfolgen, als wir geschlagene zehn Stunden unterwegs waren.

Was ist es für Dich für ein Gefühl mit so bekannten Künstlern wie Adel Tawil oder Stefan Remmler zusammenzuarbeiten?
Sido: Das macht mir sehr großen Spaß. Adel kenne ich schon länger – wir hatten auch privat schon ab und an zu tun. Wir sind schon früher zusammen rumgehangen. Stefan Remmler habe ich als kleiner Junge – als ich noch in Windeln unterwegs war – im Radio gerne gehört.

Aufgezeichnet von Thomas Schlichte


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