Michael Krause - Trainer


Michael Krause zählt zu den „alten Hasen“ im sich ständig verändernden Fußballgeschäft

Von Thomas Schlichte

Rückblick: Am 26. Dezember 1955 erblickt Michael Krause in Essen mitten im Ruhrpott das Licht der Welt und ist von Kindesbeinen an sofort mit dem Fußballvirus infiziert. „Im Pott bist du mit Fußball auf der Straße groß geworden“, erinnert sich Krause gerne an seine Kindheit zurück. „Das hat uns natürlich geprägt, auch weil wir nur rote Erde hatten.“ Zu den „Roten“ oder besser „Rot-Weißen“ aus seiner und der Geburtsstadt von Otto Rehhagel, Oliver Bierhoff sowie Jens Lehmann hat der heute 55-jährige verheiratete Familienvater eine besondere Beziehung gehabt, auch weil er dort in der Jugend die Kickstiefel schnürte. „Uns ist immer eingeprägt worden, wahnsinnig diszipliniert mit der ganzen Geschichte umzugehen“, betont Michael Krause, der seit 25 Jahren bei Intersport Rist in Markdorf arbeitet und seinen Kunden mit Rat und Tat beiseite steht. Bis heute sei er gerne im Fußballgeschäft dabei, das er seit 1980 als Trainer begeleitet. „Als 18- oder 19-Jähriger habe ich 1974/75 mit dem 1. FC Mülheim-Styrum an der Profikarriere gekratzt“, erklärt Krause, dem es damals etwas an der nötigen Unterstützung aus seiner Familie fehlte. „Klar, habe ich als ganz kleines Licht auch einiges versäumt, aber immerhin habe ich noch etwas Oberliga gespielt.“ Dass der Vater eines Sohnes dabei neben dem Ex-Löwen Otto Luttrop sowie Ex-Nationaltorhüter Manfred Manglitz in Mülheim auch an der Seite eines echten Weltmeisters trainierte und die Plätze beackerte, erwähnt der Trainer des Fußball-Landesligisten VfB Friedrichshafen nur am Rande. Es handelte sich dabei um Holger Osieck, der die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft als Assistent von Franz Beckenbauer 1990 in Rom zum WM-Titel führte. Titel, Auf- und Abstiege, Siege und Niederlagen pflasterten den Weg von Coach Krause auch – schließlich trainierte er in 30 Jahren einige Teams. FC Rot-Weiß Salem, FV Ravensburg, SC Markdorf, SC Pfullendorf, SV Bermatingen, FC Überlingen und VfB Friedrichshafen – Stationen, bei denen der Besitzer der A-Lizenz, der sich in seiner knapp bemessenen Freizeit gerne beim Nordic Walking oder einem Cappuccino mit Ehefrau Elke entspannt, viele Erfolge erzielte und seine Schützlinge nach Misserfolgen wieder aufrichtete. „Ich werde nie vergessen, wie ich 1986/87 Markdorf und Pfullendorf gleichzeitig trainierte. Wir konnten mit dem SCM in der Landesliga sowie dem SCP in der Oberliga den Klassenerhalt schaffen“, schwärmt der Sportartikelkaufmann mit Glanz in den Augen. In Salem stieß er bis ins südbadische Pokal-Halbfinale gegen Offenburg vor, holte mehrfach den Intimus-Cup, den er zuletzt auch mit dem VfB Friedrichshafen 2009/2010 zweimal in Serie holte. „Der VfB hatte in der Person von Klaus Segelbacher immer wieder bei mir angefragt“, erinnert sich Krause, der nach wie vor mit großem Spaß bei der Sache ist. „Gut, die Werte haben sich etwas verschoben, aber als langjähriger Jugendtrainer kann ich mich darauf einstellen.“ Einstellen muss er dann wieder die eine oder andere Ski-Bindung, damit seine Kunden so zufrieden sein können wie es „Fußball-Junkie“ Michael Krause mit sich selbst ist.


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