„Wir sind zusammen Deutscher Meister geworden, das verbindet“
Mario Gomez ist in München bei den Bayern angekommen, fühlt sich wohl. Auch wenn ihm zum Auftakt gegen 1899 Hoffenheim kein eigener Treffer gelang, glaubt er an sich und seine Mannschaft. Am Rande des „Red Bull Crashed Ice“ im Olympiapark hat sich der DFB-Nationalstürmer Zeit für die internationale Presse genommen.
Mario, sind Sie sehr traurig, dass es am Freitag gegen 1899 Hoffenheim beim 2:0-Erfolg nicht mit einem eigenen Treffer geklappt hat? Mario Gomez: Nicht direkt, denn der Sieg für die Mannschaft war wichtiger. Klar, in der einen oder anderen Situation war ich dicht dran. Aber es haben eben die entscheidenden Zentimeter gefehlt. Ich hoffe, dass das in den nächsten Spielen noch besser für uns läuft.
Sie hatten im Vorfeld der Partie ihrem Kumpel Timo Hildebrand angekündigt, dass Sie ihm einen einschenken, richtig? Gomez: Stimmt, aber es sollte nicht sein. Einmal hat er sehr gut gehalten, das andere Mal stand der Pfosten im Weg.
Nach einer Kontermöglichkeit sind Sie beide ineinander geprallt. Haben Sie ihn getroffen? Gomez: Ja – am Bauch, glaube ich. Da war er natürlich etwas sauer. Aber zum Glück ist nichts passiert. Wir haben uns in die Augen geschaut, ich habe ‚sorry’ gesagt.
Kann eine solche Situation Ihre Freundschaft gefährden? Gomez: Nein, natürlich nicht. Wir haben hinterher darüber gesprochen, dann war das Ding für uns erledigt. Wir sind 2007 zusammen Deutscher Meister geworden, das verbindet.
Haben Sie sich für Ihren Sturmkollegen Miroslav Klose gefreut, dass er getroffen hat? Gomez: Absolut, er hat sich dieses Tor verdient. Neun Monate ohne Treffer in der Bundesliga sind eine sehr lange Zeit. Natürlich haben wir uns alle sehr mit ihm gefreut.
|
64 Starter aus 20 Nationen bleiben auf heißen Kufen eiskalt
MÜNCHEN - Schlittschuhfahren mitten im Olympiapark – geht das? Es geht, und wie – denn das „Red Bull Crashed Ice“ hatte seinen 1. WM Lauf 2010 in München ausgetragen. Mit dabei bei der Abfahrt auf Kufen auch zwei Lindauer: Dominic Mahren und Frederik Schmid.
Von Thomas Schlichte
Samstagnachmittag, Eisschrank Olympiapark München. Tief verschneit, neblig und richtig kalt, so die Wetterlage. Rund um das beeindruckende Sportgelände ist es still, ein paar Spaziergänger und Jogger kreuzen die Wege. Am Eingang West werden es immer mehr Menschen, alle warm in Skiklamotten gepackt, wärmende Getränke in der Hand. Plötzlich grelles Scheinwerferlicht, neben der Olympia-Schwimmhalle ist ein riesiger Eis-Parcours aufgebaut. Gegenüber auf dem Olympiaberg haben sich einige Zuschauer versammelt, warten gespannt und vor sich hin bibbernd auf den Sechs-Uhr-Schlag. Um 18 Uhr der Start, hoch oben über dem Olympiapark. 15 Meter ist die Startrampe hoch, knappe 69 Grad Gefälle. Hier stürzen sich in der ersten Runde 64 Schlittschuhfahrer aus 20 Nationen hinunter, immer zu viert, über Sprünge, Hügel und durch Steilkurven nach 386 Metern hinunter ins Ziel, das 35 Meter tiefer liegt. Mit dabei auch zwei Lindauer, Dominic Mahren und Frederik Schmid. Im K.O.-System wird der Sieger ausgefahren, der um kurz vor 20 Uhr auf den Namen Martin Niefnecker hört. Der 19-jährige spielt für den EC Peiting in Eishockey und stammt aus Garmisch-Partenkirchen. „Ich will dem siebenmaligen RBCI-Sieger Jasper Felder in den Hintern treten“, sagt Niefnecker vor dem Rennen forsch. Der Schwede Felder ist mit sieben Triumphen Rekordsieger, muss aber mit einer Verletzung kurzfristig passen. „Es tut weh, den Jungs nur zuschauen zu können“, lässt Jasper Felder wissen. Mahren muss bereits in der ersten Ausscheidungsrunde als 37. die Segel streichen, fährt nach einem kleinen Stolperer „nur“ als Dritter durch den Zielbogen unter den beiden Stieren hindurch. Überhaupt kommen einige Athleten ins Schleudern, müssen sich der Schwerkraft beugen. Einige Fahrer, die alle vorschriftsmäßig in Eishockey-Ausrüstung gehüllt sind, sagen in der ServusTV-Kurve auf Wiedersehen. Unter kreischendem Getose der über 50 000 Zuschauer geht das Runde für Runde so weiter – mit Sport-Prominenz an der Strecke: Eishockey-Legende Erich Kühnhackl, Bayern-Stürmer Mario Gomez, Air-Race-Pilot Matthias Dolderer, Beach-Volleyballer Julius Brink und Motorrad-Stuntfahrer Chris Pfeiffer, der nach der Siegerehrung mit seiner Maschine den Parcours nach der Abfahrt wieder nach oben klettert. Frederik Schmid fällt im Viertelfinale nach einem Strauchler zurück, scheidet aus und hämmert im Ziel an die Bande. Wie sich das Siegertrio den Champagner schmecken lässt und die Pokale nach oben reckt, erleben Mahren und Schmid nicht mehr. Sie haben alles gegeben, aber es hat nicht gereicht.
|