Die ZF Arena gleicht einem schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer
Das große Zittern ist vorerst vorbei. Denn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewann gegen Ghana mit 1:0 und zog damit ins Achtelfinale der WM ein. Die ZF Arena platzte beim entscheidenden Gruppenspiel aus allen Nähten – trotz Vuvuzela-Verbot war die Stimmung gigantisch. Anschließend machten die DFB-Fans beim Autocorso die Nacht zum Tage – Hupkonzerte inklusive.
Von Thomas Schlichte
Mittwochabend, 22.19 Uhr: Es ist vollbracht – Deutschland steht im Achtelfinale gegen England. Der Jubel ist grenzenlos, der Lärmpegel an der Schmerzgrenze. Dabei sieht man zur Halbzeit in der ZF Arena bange Blicke, etwas Kopfschütteln und viele hitzige Diskussionen. Die Halle ist mehr als gut gefüllt, nur noch wenige Sitzplätze sind frei geblieben. Auch ohne Vuvuzelas – die an diesem Abend verboten sind – ist der Lärm in der Arena groß. Die Spannung ist nervenzerreißend, es entwickelt sich eine absolut offene Partie. Die 24. Minute: Mesut Özil läuft alleine auf das Tor von Ghana zu, der Torwart hält, auf der Gegenseite klärt Philipp Lahm auf der Linie – die Arena kocht und schwitzt. 16 Minuten später klärt Keeper Kingson einen Schweinsteiger-Freistoß – es ertönt ein lautes Raunen. Zum Halbzeittee wird erst einmal was zu trinken geholt, draußen zünden sich einige nervös eine an. Zur Halbzeit gibt es keine Wechsel. „Es kann die letzte Halbzeit für Deutschland bei dieser WM sein“, betreibt ARD-Kommentator Tom Bartels etwas Schwarzmalerei. Und weiter geht's. Fünf Minuten sind im zweiten Abschnitt gespielt, als Neuer die Deutschen im Spiel hält. Der Torwart klärt gegen Asamoah – das war eng, richtig eng. 21.46 Uhr: Özil trifft mit links zum 1:0 – die Arena steht Kopf. Während die Fans noch jubeln, haben die Ghanaer eine dicke Möglichkeit – noch 30 Minuten. Und wieder erklingt über Lautsprecher „54, 74, 90, 2010“ von den Sportfreunden Stiller. Sofort stimmen alle mit ein. In der 66. Minute rettet wieder Kapitän Lahm und fälscht zur Ecke ab. Es ist fünf vor zehn, als Jubel ausbricht. Australien ist im Parallelspiel gegen Serbien mit 1:0 vorne – Trochowski kommt für Müller. Es ist Punkt zehn in der Arena, die Ereignisse überschlagen sich. Jansen kommt für Boateng, Australien erhöht auf 2:0. Die 81. Minute: Szenen-Applaus für Schweinsteiger, für ihn kommt Kroos in die Partie. Noch fünf Minuten, das Zittern geht weiter. Serbien verkürzt gegen die „Aussies“ auf 1:2. Dann ist es geschafft und die ganze Arena atmet tief durch. Dann startet der Autocorso in eine lange Nacht. Am Sonntag warten die Engländer – ein packendes Duell.
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