Rainer Thielmann, Sänger, Songwriter und Komponist
Rainer Thielmann ist es gewohnt, die richtigen Worte zu finden. Seit über 18 Jahren ist der 45-Jährige als Texter und Komponist tätig, erhielt 2009 sogar eine goldene Schallplatte. Am 18. März erscheint das neue Album von Udo Jürgens – auch hier hatte Thielmann, der bereits mit Stars wie Nicole oder der Münchner Freiheit zusammenarbeitete, seine Finger im Spiel.
Von Thomas Schlichte
Mit welchen namhafteren Künstlern haben Sie schon zusammen gearbeitet?
Ich habe schon mit Udo Jürgens, Nicole, Die Münchener Freiheit, Franz Troian (Ex-Spider Murphy Gang), Ronald Raschner (Ex-Haindling), Beckmann (Ex-Rainbirds) zusammen gearbeitet. Derzeit stehe ich mit Peter Maffay in Kontakt, dem beispielsweise mein Buch „Indien von innen“ sehr gut gefällt.
Wie kam es dazu, dass Sie erneut mit Udo Jürgens zusammenarbeiten durften?
Es zählt allein harte Arbeit, also gute Text-Ideen und Vorschläge. Dazu kommt eine große Portion Hartnäckigkeit und ein langer Atem. Allein für den persönlichen Kontakt zu Udo habe ich zehn Jahre gebraucht – von 1983 bis 1993. Außerdem sehe ich mich als Dienstleister – Eitelkeiten sind da völlig fehl am Platz.
Wie läuft eine solche Zusammenarbeit ab – gibt es dabei viel persönlichen Kontakt?
Viel läuft über Telefon und E-Mail. Dann passiert es manchmal, dass Udo nachts anruft, weil er eine Idee für eine Melodie hat und sie sofort vorspielen will. Er verlangt eine Menge, jede Zeile kommt auf den Prüfstand. Ich schreibe immer mehr, als er dann tatsächlich verwendet.
Das Werk kommt am 18. März auf den Markt. Mit welchen Erwartungen?
Die Euphorie bei Udo, seinem Management und seiner Schallplattenfirma ist riesig. Bei der Produktion wurde mit zwei großen Orchestern gearbeitet, die Melodien & Arrangements sind einmalig. Udo ist ein Ästhet und legt großen Wert auf handgemachte Musik ohne Computer.
Sie texten professionell seit 18 Jahren. Wo und wie gewinnen Sie Ihre Textideen?
Ich dichte schon seit meiner Kindheit, also gut 35 Jahre. Es liegt mir im Blut. Ich lasse mich gerne von der Natur inspirieren (z.B. „Oktoberwind“, für Udo Jürgens 2011). Aber auch von schönen Stimmungen in Städten (z.B. „Mit Dir“, für Udo Jürgens 2008) . Dazu kommt ein Interesse an Politik und Gesellschaft (z.B. „Alles ist so easy“, für Udo Jürgens 2011).
Bekommen Sie von den Künstlern Feedback – falls ja, welcher Art?
Es findet ein regelmäßiger Austausch statt. Nicht jeder Künstler ist allerdings so euphorisch wie Udo Jürgens. Der ruft oft an und lobt, wenn ihm Zeilen gefallen. Mir fällt ein kleines Wortspiel für meinen satirischen Text „Kurze Unterbrechung“ (1993) ein (es ging um die aufkommende TV-Privatisierung mit ihren vielen Werbeunterbrechungen): Es hieß „RTeLend“ – Udo jubelte am Telefon.
Gibt es einen Künstler, für den Sie schon immer einmal gerne texten würden?
Gerne mal für Peter Maffay, Roger Cicero oder Annett Lousian. Derzeit arbeite ich intensiv mit zwei (noch) unbekannten Künstlern zusammen – einer Schauspielerin und einem Pianisten. Das macht viel Freude und lastet mich, neben meiner Arbeit an einem neuen Buch über Kalkutta, voll aus.
































