Race4Kids 2010

4. Race-4-Kids

„Nintendo“-Team lässt sich nicht auf Spielchen ein

DTM-Profi Timo Scheider hat mit seinem „Nintendo-Team” die 4. Auflage des Charity-Kartrennens “Race-4-Kids” gewonnen. Dabei profitierten Scheider und Co. auch von einem technischen Defekt des Teams „Mazda Dämpfle“ um Bernd Hiemer, die Rang zwei einfuhren. 10 000 Menschen säumten die Strecke bei herrlichstem Sonnenschein auf der Häfler Messe. Das Beste: rund 25 000 Euro kamen zusammen.

Von Thomas Schlichte

14.19 Uhr, Messe Friedrichshafen. Die Motoren der 22 Karts heulen auf, die Ampeln springen auf grün. Es erfolgt ein fliegender Start, das „Safety-Kart“ biegt in die Boxengasse ein. In den ersten Runden liefern sich die Pole-Setter von „Regio TV Euro 3“ und die Mannschaft um TV-Comedian Axel Stein ein beinhartes Duell, die beiden Fahrzeuge gehen Rad-an-Rad in die Kurven. Mehrmals wechselt die Führung. Durch diesen spannenden Zweikampf schließen andere Fahrer auf, es kommt zu Berührungen. Die Reifen quietschen, das eine oder andere Fahrzeug berührt die rot-weißen Absperrungen. Beim Umsetzen der Fahrzeuge knallt es, drüben bei der Boxengasse stehen die nächsten Fahrer schon zum Wechsel bereit. Dann steigt der Meister ins Renngeschehen ein, in seinen ersten Runden ist das „Nintendo-Team“ noch nicht einmal auf der Anzeigentafel gelistet. Das ändert sich und zwar ziemlich schnell. Wie auf Schienen pflügt Timo Scheider von hinten durch das Feld, erobert zunächst Rang neun. Ein paar Runden später ist er Sechster, dann Vierter. Doch der zweifache DTM-Meister hat noch nicht genug, schiebt sich mit konstanten 20er-Zeiten auf Rang zwei vor. Um 14.47 Uhr leuchtet vor der Startnummer 2 eine „gelbe eins“ auf, „Nintendo“ führt. Während auf der Strecke weiter um Positionen gefightet wird, steht Daniel Schuhmacher zwischendurch auf der Bühne. Auch Loona bringt die gut 10 000 Zuschauer zum mitsingen. Hinter dem Kurs dreht ein Renntruck seine Runden, zaubert wunderschöne Donuts auf den Asphalt.


Um 16.45 Uhr gehört der Luftraum einem Mann aus Österreich, der Zeppelin muss am strahlend blauen Himmel weichen. Red-Bull-Air-Race-Pilot Hannes Arch zeigt in seiner Zivko Edge 540, dass die Schwerkraft für ihn nur teilweise gilt. Die Hälse der Zaungäste recken sich in die Luft, bevor die Blicke nach der zehnminütigen Show wieder auf den Kurs wandern. Dort liegt inzwischen das Team „Mazda Dämpfle“ vorne, das von Motorradprofi Bernd Hiemer und Superbike-Legende Peter Rubatto – Vater von Organisatorin Jasmin – angeführt wird. Doch die Männer in leuchtendem Orange werden wieder eingeholt, ein Zündungsproblem bremst die Vorjahressieger aus. Das wissen Scheider und Co. zu nutzen, die kurz darauf wieder an die Spitze des Klassements rücken und diese bis zum Rennende um 18.27 Uhr verteidigen. Den dritten Rang sichert sich eine Hobby-Kartgruppe mit dem lustig klingenden Namen „Wir lernen es nie.de“. „Lernen“ müssen sie auch nicht mehr, denn sie können es ja. Und was sagt der Meister: „Dieser Sieg tut unheimlich gut. Ich hatte damals die Auftaktveranstaltung gewonnen, seither hatten wir kein Glück. Aber das gehört im Motorsport dazu“, erklärt Timo Scheider, um danach die gute Team-Performance seiner Mannschaft zu loben. Die hat am Abend doppelten Grund zu feiern gehabt. Mitfahrer Jörg Oberle, zuständig für das Marketing bei Nintendo, ist am Renntag 39 geworden und konnte neben seinem Ehrentag auch noch den Sieg bei der 4. Auflage des „Race-4-Kids“ feiern.